Biervielfalt
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Hintergrund
Mit dem bayerischen Reinheitsgebot von 1516 wurde besiegelt: Bier besteht aus Hopfen, Gerste, Hefe, Wasser und sonst nichts – in Zeiten von Lebensmittelskandalen ein ursprüngliches Produkt. Dass dieses Gebot keine Eintönigkeit bedeutet, sondern eine regelrechte Bierkultur begründet hat, zeigt der deutsche Biermarkt: über 1.300 Brauereien, davon allein 631 in Bayern, 320 in Franken produzieren über 4.000 verschiedene Biere.
Generell lässt sich die Biervielfalt in 50 Sorten einteilen und darüber hinaus gibt es immer mehr ganz eigene Spezialitäten. Jedes Bier hat seinen eigenen Charakter und seine Geschichte. Betrachtet man die Biere international, ergibt sich eine noch größere Vielfalt: Da andere große Biernationen wie Belgien und Großbritannien nicht an das Reinheitsgebot gebunden sind, wird hier mit weiteren Zutaten wie Früchten oder Kräutern experimentiert. Der European Beer Star führt alle Kategorien mit ihren Besonderheiten auf und versammelt die besten Biere im international größten Wettbewerb.
Faktoren der Geschmacksvielfalt
Biere unterscheiden sich vor allem beim Brauvorgang in vielzähligen Faktoren, z.B.:
- Alkoholgehalt
- Einsatz der Malze: Farbtöne
- Auswahl der Hefestämme: ober- oder untergärig
- Hopfenzugabe
- Art der Gärung: geschlossen oder offen
- Bittere
- Malzaromen
- Herstellungstemperatur
- Qualität des Brauwassers
- Lagerzeit
- Filtration
- u.v.m.
Aber auch nach dem Brauen und Abfüllen der Biere entscheiden für den letzendlichen Geschmack wiederum zahlreiche Aspekte:
- Trinktemperatur
- Glasform
- gespühltes Glas vor dem Einschenken
- Langerung der Flasche bzw. des Fasses
- begleitende Speisen und andere Getränke
- u.v.m.
Deutsche Biervielfalt
| Altbier | Obergärige regionale Spezialität aus dem Rheinland: Der Geschmack ist trocken, es sind leichte fruchtige Aromen erkennbar. Meistens haben Altbiere eine kräftige Bittere, die gut den frischen Geschmack unterstreicht. |
| Bockbier | Traditionsreiches Starkbier: Bereits über Jahrhunderte wärmen die alkoholreichen Böcke zur Winterzeit. Es gibt sie dunkel oder hell, als obergärige Weizenböcke, Doppelböcke oder Eisböcke. |
| Dunkles | Untergärige Schönheit: Das dunkle Braun verspricht karamellige Komponenten mit leichten Röstaromen – perfekt als Begleiter von Desserts. |
| Export | Abwechslungsreicher Exportschlager: Um Bier in früheren Zeiten zu fernen Ländern transportieren zu können, braute man haltbares Exportbier - mit einem etwas höheren Alkoholgehalt und etwas mehr Hopfen. Das Ergebnis ist bei jeder Brauerei anders: von stroh- bis gold- und bernsteinfarben und unterschiedlich vollmundig. |
| Festbier | Ein besonderes Bier für besondere Anlässe: goldene Seele mit einem ausgeglichenen malzig-hopfigen Aroma. |
| Helles | Pur oder gemischt: Das feinwürzige Helle oder Lagerbier wird untergärig gebraut. Es schmeckt pur oder – besonders im Sommer – als erfrischendes „Radler“: Bier und Zitronenlimonade, zu gleichen Teilen gemischt. |
| Kellerbier | Frisch gezapft: Kellerbiere, Zwickelbiere, Zoiglbiere – all diese Sorten sind Biere, die direkt aus dem Lagerkeller, ohne Filtration, getrunken oder abgefüllt werden. Dementsprechend ist die Bandbreite äußerst vielfältig, vom hellen oder dunklen Kellerbier bis zum stärker gehopften Kellerpils. |
| Kölsch | Geografisch geschützt: Das obergärige strohfarbene Kölsch hat innerhalb der EU den Status einer geografisch geschützten Angabe, wie das Bayerische Bier. |
| Leichtbier | Süffig und erfrischend: Weniger Alkohol macht dieses untergärige Helle zum leichten Sommergetränk. |
| Märzenbier | Eine breite Kategorie mit vielen Untertypen: Mittlerweile erleben die Märzenbiere in Deutschland wieder eine kleine Renaissance und werden als Spezialitäten zu besonderen Anlässen eingebraut. |
| Pils | Fein gehopft: Das untergärige Pils mit seiner feinherben Hopfenbittere ist besonders beliebt als prickelnder Aperitif. Das Hopfenaroma und die Kohlensäure regen den Appetit an und stimmen die Geschmacksnerven auf die folgenden Genüsse ein. |
| Rauchbier | Bamberger Eigenheit: Das Gerstenmalz für ein Rauchbier wird über einem Rauchofen gedarrt. Dies verleiht dem Malz ein besonderes Aroma, das nur etwas für besondere Liebhaber ist. |
| Schwarzbier | Vollmundiger Genuss aus dem Osten Deutschlands: Der Geschmack ist malzaromatisch und eher vollmundig. Ein echter Augenschmaus ist auch die Farbe der Biere, die bis in ein feuriges Tiefdunkel spielen kann. |
| Weizenbier | Spritzig und fruchtig: Das obergärige Weißbier ist, gemessen am Ausstoß, der Spitzenreiter unter den bayerischen Bieren. Und auch jenseits der Landesgrenzen findet die bayerische Weißbiervielfalt immer mehr Freunde. |
Internationale Biervielfalt
| Ale | Spezielle Sorte und allgemeines Synonym für „Bier“ zugleich: Die ursprünglich ungehopfte dunkle Spezialität aus Großbritannien hat heute zahlreiche Unterarten wie das süßliche Mild Ale, das herbere India Pale Ale oder das mit Heidekraut gewürztes Heather Ale. |
| Belgisches Rotbier | Belgisches Bier gehört zu den sortenreichsten der Welt und wird oft durch Spontangärung hergestellt, das heißt es werden nicht wie normalerweise Hefestämme zugesetzt sondern die Hefen werden im offenen Topf aus der Luft „eingefangen“ |
| Honigbier | Diese Biere sind Lager- oder Ale-Biere und werden unter Zugabe von Honig hergestellt. Das Süße darf hierbei nur eine feine Note ergeben und nicht das restliche Bieraroma überdecken. |
| Kräuterbier | Von hellem Gelb bis dunklem Schwarz, obergärig oder untergärig – beim Kräuterbier ist alles möglich, auch die Zugabe von Gewürzen, Früchten und Kräuterextrakten. |
| Porter | Dunkles bis schwarzes Bier mit einem malzigen oder sogar röstmalzbetontem Geschmack – sowohl ober- als auch untergärig möglich. |
| Rot- und Bernsteinfarbenes Lager | Durch den Einsatz von Spezialmalzen lassen sich beim untergärigen bernsteinfarbene bis rötliche Farbnoten erzielen. |
| Stout | Auch das Guinness gehört dazu: Ein Stout ist ein schwarzbraunes obergäriges Bier, entweder röst- oder hopfenbitter und mit einer ausgeprägten, samtigen Schaumkrone. |