Bierspezialitäten

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Kaum ein Getränk kann eine solch große Sortenvielfalt aufweisen wie das Bier. Neben den beliebten gängigen Biersorten wie beispielsweise Pils, Helles oder Weizenbier gibt es jede Menge Spezialitäten. Darunter traditionsreiche Biersorten, die typisch für eine bestimmte Region oder einen bestimmten Anlass sind, oder neue Kreationen, mit denen Brauer aus der ganzen Welt immer neue Geschmacksrichtungen hervorrufen wollen. Die folgende Aufzählung zeigt beispielhaft, welche Spezialitäten der Biermarkt zu bieten hat.

Inhaltsverzeichnis

Spezialitäten aus Deutschland

Festbier

Ein Festbier ist ein für eine besondere Angelegenheit gebrautes, spezielles Bier. Gelegenheiten, um ein Festbier zu brauen, bieten sich den Brauereien das ganze Jahr über. Der Hauptzeitraum ist besonders im Süden von Deutschland der Herbst mit seinen vielen Bierfesten. Besonders bekannt sind die speziell gebrauten Oktoberfestbiere. Aber auch Weihnachten und Kirchtage sind Anlässe, um besondere Bierspezialitäten zu kreieren. Die Geschmäcker können bei Festbieren sehr verschieden sein. Von leicht süffig bis stark gehopft, egal ob Dunkles oder Helles.

Rauchbier

Das Gerstenmalz für ein Rauchbier wird über einem Rauchofen gedarrt. Dies verleiht dem Malz ein besonderes Aroma. Der Legende nach musste ein armer Brauer nach einem Brand das von Rauch überströmte Malz aus Geldnot trotzdem verwenden und das verräucherte Bier verkaufen. Den Abnehmern schmeckte das Bier wider Erwarten so gut, dass es von dort an als eigene Bierspezialität verkauft wurde. Theoretisch waren früher viele Biere Rauchbiere, da das Malz über einem offenen Holzfeuer gedarrt wurde. Erst seitdem neue Techniken zum Darren entwickelt wurden, wurde das Rauchdarren verdrängt. Die alte Tradition des geräucherten Malzes wurde in Bamberg aufrecht gehalten, wo bis heute auf diese Weise gedarrt wird. Daher wird oft auch vom Bamberger Rauchbier gesprochen.

Bier aus alternativen Getreidesorten

Für Bier aus alternativen Getreidesorten werden andere Getreidearten statt Gerste und Weizen eingesetzt. Jeweils müssen über 50 Prozent dieser anderen Getreideart enthalten sein, um sich entsprechend nennen zu dürfen. Roggen zum Beispiel wurde bis zur Einführung des Reinheitsgebots im 16. Jahrhundert sehr oft zum Bierbrauen eingesetzt. Weil der Roggen dringend zur Brotherstellung gebraucht wurde, wurden Roggenbiere verboten. Mittlerweile wird es wieder angeboten, besonders in Bayern und der Pfalz. Auch das Emmerbier ist eine Bierspezialität aus einer alternativen Getreidesorte. Das Bier erhält ein bernsteinfarbenes, naturtrübes Aussehen und ein malzaromatisches Aroma. Die alten Ägypter nutzten vor 4000 Jahren diese ursprüngliche Getreidesorte als Grundlage zum Bierbrauen. Weiterhin gibt es Bierspezialitäten mit Dinkel oder aus einem Gemisch auf der Grundlage mehrerer Getreidesorten, als Beispiel ist hierfür das 6-Korn-Bier zu nennen.

Naturtrübe Biere

In einigen Regionen Deutschlands gibt es naturtrübe Biere. Sie sind ungefiltert und unter verschiedenen Namen bekannt: Kellerbier, Kräusenbier, Zwickelbier oder Zoigl. Ursprünglich war das Zwickelbier das, welches der Braumeister vor dem Filtern durch den „Zwickelhahn“ als Probe entnommen hat. Heutzutage erfahren naturtrübe Biere eine Renaissance, nicht zuletzt wegen der ihnen zugeschriebenen gesunden Wirkung. Eine besondere Tradition verbirgt sich hinter dem Zoiglbier. Dieses wird in der Oberpfalz von Privatpersonen gemeinschaftlich gebraut. Jede Kommune besitzt ein Kommunenbrauhaus, in welchem die Maische gekocht und gehopft wird. Die Würze wird von den einzelnen Privatpersonen zuhause im Gärkeller mit Hefe versetzt und vergoren. Das Braurecht liegt oft seit Generationen auf Häusern und ist sogar im Grundbuch festgehalten. Ursprünglich konnten so nur die Besitzer dieser Häuser brauen. Ein "Kesselgeld", das erhoben wird, finanziert das Kommunenbrauhaus und den Braumeister. Das hergestellte Bier wird in einer bestimmten Reihenfolge ausgeschenkt und derjenige, der an der Reihe ist befestigt den "Bierzeigl", ein an einer Stange befestigter sechszackiger Stern, an seinem Haus. Heute wird diese Tradition nur noch von fünf Orten ausgeübt: Neuhaus, Windischeschenbach, Mitterteich, Falkenberg und Eslarn.

Bockbier

Jedem Bockbier, auch Starkbier genannt, ist gemeinsam, dass sie eine Stammwürze von mindestens 16 % haben müssen. Beim Doppelbock muss der Gehalt der Stammwürze sogar noch höher sein. Dies können die Brauereien durch die Endung "-ator" in der Bierbezeichnung anzeigen, denn laut Biersteuergesetz bezeichnet diese ein Doppelbock-Bier mit mindestens 18 % Stammwürze. Durch den höheren Stammwürzegehalt resultiert ein in der Regel höherer Alkoholgehalt von über 6 % beim Bockbier, ein Doppelbock ist bei über 7 % Alkohol anzusiedeln. Seinen Ursprung hat die Bierspezialität in der ehemaligen Hansestadt Einbeck in Niedersachsen und ist somit nicht wie von vielen erwartet eine bayerische Kreation. Das Bier galt schon damals als Spezialität und die Einbecker mussten es somit weite Strecken, sogar bis nach Italien, exportieren. Um es dafür haltbar zu machen, braute man es mit einem ungewöhnlich hohen Stammwürzegehalt, um ein möglichst alkoholreiches Bier zu brauen. Das Münchner Hofbräuhaus warb im Jahr 1573 einen Braumeister aus Einbeck ab. Im Bayrischen Dialekt wurde aus dem Einbecker das „Ainpöckisch Bier“ und im Laufe der Jahre vereinfachte sich diese Bezeichnung zum bis heute bekannten „Bockbier“. Die Fortentwicklung des Starkbiers ist besonders den bayrischen Klöstern zu verdanken. Die Mönche hatten durch ihre Lese- und Schreibfähigkeiten die Möglichkeit, die Braukunst weiterzuentwickeln und die Ergebnisse aufzuschreiben. Außerdem kam dem Bockbier in der Fastenzeit besondere Bedeutung zu. Man war bestrebt, die eingeschränkte Aufnahme fester Nahrung durch besonders gehaltvolle Getränke zu ersetzen. Da kam das süße, gehaltvolle Bockbier gerade Recht, denn: Flüssiges bricht das Fasten nicht! Besondere Bockbiere sind Weihnachtsbock-, Fastenbock- oder Maibockbiere.

Eisbock

Der Eisbock ist mit einer Stammwürze von 24% und ca. 9% Alkohol ein spezielles Starkbier. Es wird nach einem alten Brau- und Gefrierverfahren hergestellt und hat seine Heimat im oberfränkischen Kulmbach. Entdeckt wurde dieses Verfahren aufgrund von Faulheit eines Brauereigesellen. Eines Tages hatte dieser im Winter keine Lust die Fässer am Ende des Tages von draußen in den Keller zu räumen. Über Nacht gefror das Bier. So wurde der Braumeister wütend mit seinem Gesellen und befahl im zur Strafe den braunen Inhalt der Eisblöcke zu trinken. Es hatte sich dort ein Konzentrat gesammelt, das aufgrund des höheren Alkoholgehaltes nicht gefror. Zu aller Begeisterung schmeckte es süß, malzig und süffig. Geboren war der Eisbock – ein Bier, das stärker war als alles andere, und trotzdem nach dem Reinheitsgebot gebraut werden konnte.

Spezialitäten aus aller Welt

Belgische Biere

Belgisches Bier gehört zu den sortenreichsten der Welt. Ein besonders spezielles unter ihnen ist das „Lambic“. Es entsteht durch Spontangärung, das heißt, es werden nicht wie normalerweise Hefestämme zugesetzt sondern die Hefen werden im offenen Topf aus der Luft „eingefangen“. Danach wird es bis zu drei Jahre im Holzfass gelagert. Das Lambic ist sehr säuerlich und wird deshalb oft durch die Zugabe von Früchten gesüßt.

Utopias

Utopias ist mit 25 % Alkohol eines der stärksten Biere der Welt. Es wird von der US-Brauerei Samuel Adams hergestellt. Zehn Monate wird es in Whiskey- oder Cognacfässern gelagert und kostet stattliche 100 US-Dollar.

Das stärkste Bier der Welt

Der Kampf darum, wer das stärkste Bier braut geht immer weiter. Anfang 2010 verkündete die schottische Brauerei BrewDog das stärkste Bier der Welt zu brauen und damit den bisherigen Rekordhalter aus Franken zu übertrumpfen. Aber schon ein paar Monate später schlägt die fränkische Brauerei Schorschbräu zurück und braut somit zurzeit das stärkste Bier der Welt, den „Schorschbock“ mit 43 % Alkohol.

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