Bier und Jugendschutz

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Mit dem Jugendschutz sollen spezielle gesundheitliche und soziale Gefährdungen, die auf Jugendliche und Kinder zukommen können, verhindert werden. Dass die Vereinbarkeit von Jugendschutz und guten Veranstaltungen machbar ist, zeigen regelmäßig verantwortungsbewusste Veranstalter. Mit einem Leitfaden geben die Privaten Brauereien Veranstaltern eine Hilfestellung, wie Jugendschutz in der Praxis umsetzbar ist.

Inhaltsverzeichnis

Jugendschutz allgemein

Generell regelt das Jugendschutzgesetz den Zutritt und die maximale Aufenthaltsdauer von Kindern und Jugendlichen:

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahre Jugendliche ab 16 Jahre
Gaststättenbesuch In Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragen Person gestattet oder bei Einnahme einer Mahlzeit oder eines Getränkes in der Zeit von 5 bis 23 Uhr gestattet. Ohne Begleitung durch eine personensorgeberechtigte oder eine erziehungsbeauftragte Person in der Zeit von 24 bis 5 Uhr nicht gestattet.
Nachtbars und Nachtclubs oder vergleichbare Vergnügungsbetriebe Nicht gestattet
Tanzveranstaltungen Ohne Begleitung einer personensorgeberechtigten oder einer erziehungsbeauftragten Person nicht gestattet. Kinder (unter 14 Jahre) bis 22 Uhr und Jugendliche (unter 16 Jahre) bis 24 Uhr gestattet, wenn es eine Veranstaltung eines anerkannten Trägers der Jugendhilfe oder eine Veranstaltung ist, die der künstlerischen Betätigung oder der Brauchtumspflege dient. Ohne Begleitung einer personensorgeberechtigten oder einer erziehungsbeauftragten Person bis 24.00 Uhr gestattet.
Spielhallen Anwesenheit in Spielhallen oder ähnlichen vorwiegend dem Spielbetrieb dienenden Räumen nicht gestattet.
Glücksspiele Teilnahme an Spielen mit Gewinnmöglichkeit nur auf Volksfesten und ähnlichen Veranstaltungen gestattet, wenn Gewinn in Waren von geringem Wert besteht.

Gefährdungen auf Veranstaltungen

Gefährdung durch Alkohol

Die Abgabe von branntweinhaltigen Getränken, und hierzu gehören auch die meisten Alcopops und Cocktails, an Kinder und Jugendliche ist generell verboten. Die Abgabe von anderen alkoholischen Getränken, darunter fallen Bier,Wein, Sekt (auch „Desperados“), ist an Jugendliche unter 16 Jahren verboten, auch der Verzehr darf ihnen nicht gestattet werden. Ist der Ausschank alkoholischer Getränke gestattet, ist mindestens ein alkoholfreies Getränk nicht teuerer anzubieten als das billigste alkoholische Getränk gleicher Menge. die Abgabe beliebiger Mengen alkoholischer Getränke zu einem Pauschalpreis (Flatrateparties) ist unzulässig. Grundsätzlich wird die Person bestraft, die für die Abgabe bzw. die Erlaubnis zum Verzehr verantwortlich war. Dies kann der Veranstalter, eine Thekenkraft aber auch eine andere Person über 18 Jahren sein, die an Minderjährige Alkohol abgegeben hat. Erleichternd ist eine „Einteilung“ der Jugendlichen bereits am Einlass. Werden z.B. Armbänder oder Stempel unterschiedlicher Farben verteilt, kann der Ausschenkende sich an diesen orientieren und es werden lästige Diskussionen am Tresen verhindert.

Gefährdung durch Tabak

Tabakwaren dürfen an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren weder abgegeben, noch darf ihnen das Rauchen gestattet werden. Sollten sich Kinder und Jugendliche nicht an dieses Verbot halten, müssen sie durch den Veranstalter oder deren Vertreter auf diese Bestimmung hingewiesen werden und das Rauchen einstellen.

Gefährdung Anwesenheitszeiten

Die zeitliche Dauer ist in der Regel bei Jugendveranstaltungen auf 24 Uhr zu begrenzen. In Begleitung einer erziehungsbeauftragten Person werden diese zeitlichen Beschränkungen aufgehoben. Einlasskontrollen sind über die gesamte Veranstaltungsdauer durchzuführen (auch wenn kein Eintritt mehr erhoben wird). Zum entsprechenden Zeitpunkt müssen die jeweiligen Altersgruppen mittels Durchsagen zum Verlassen der Veranstaltung aufgefordert werden. Ordner sollten darauf achten, dass die jeweiligen Gruppen auch wirklich die Veranstaltung verlassen und im Zweifelsfall das Alter kontrollieren.

Gefährdung durch Lautstärke

Zu diesem Thema gibt es im Jugendschutzgesetz keine spezielle Regelung. Jedoch beinhaltet dieses den generellen Schutz auch vor körperlichen Schädigungen. Wenn man von einem überwiegend jugendlichen Publikum ausgeht, sollte man seiner Verantwortung gerecht werden und dementsprechend leiser fahren.

Gefährdungsmoment LAN-Parties

Der Veranstalter muss nach dem Jugendschutzrecht dafür sorgen, dass nur solche Spiele Anwendung finden, die für die jeweilige Altersstufe der anwesenden Kinder und Jugendlichen freigegeben sind (§12 JuSchG). In der Regel dauern solche Veranstaltungen sehr lange,was eine erhebliche körperliche und psychische Belastung darstellt. Es sollte daher bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen darauf geachtet werden, dass zusätzliche Risikofaktoren, zum Beispiel die Abgabe von Alkohol ausgeschaltet werden.

Gefährdungsmoment Filmvorführungen

Die Teilnahme an Kino- und sonstigen öffentlichen Filmvorführungen ist Kindern und Jugendlichen nur für die Filme erlaubt, die auch für ihre Altersgruppe freigegeben sind.

Begriffe

Personensorgeberechtigt ist …

...wem allein oder gemeinsam mit einer anderen Person nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches die Personensorge zusteht. Dies sind in der Regel die Eltern, ein Elternteil oder ein Vormund.

Erziehungsbeauftragt ist …

... jede Person über 18 Jahren, soweit sie auf Dauer oder zeitweise aufgrund einer Vereinbarung mit der personensorgeberechtigten Person Erziehungsaufgaben wahrnimmt oder soweit sie ein Kind oder eine jugendliche Person im Rahmen der Ausbildung oder der Jugendhilfe betreut.

Weblinks

Leitfaden der Privaten Brauereien

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